Hurricane Festival

Kurzer Erlebnisbericht zu meinem ersten Festival überhaupt, dem Hurricane Festival mit einem bombastischen Lineup.

Tag 1

Morgens war ich in der Uni in Essen und bin dann zurück nach Hause um zu packen. Gegen Mittag kam mein Bekannter Frank zu mir und wir sind gemeinsam zum Kaufland gefahren um Proviant für die 4 Tage zu besorgen. Danach ging es in einer dreieinhalb stündigen Autofahrt Richtung Hamburg. Genauer gesagt nach Scheeßel, einem 13.000 Seelen Örtchen in Niedersachsen. Kurzum: Tiefste Pampa.

Angekommen gings dann zu unserem Zeltplat auf C4, wo wir Freunde von Frank trafen, und uns Ihnen anschlossen und unser Lager neben des Ihren aufschlugen. Es war ziemlich windig, so dass wir befürchten mussten dass uns unser Pavillion irgendwann um die Ohren fliegt. Den mussten wir auch ein paar mal mit Körpereinsatz festhalten, sonst wäre es uns flöten gegangen. Aber es ist nochmal alles gut gegangen, und so konnte man sich anderen Dingen widmen, wie zum Beispiel dem anstehenden EM Länderspiel Deutschland gegen Portugal, das wir mit zig tausend Menschen auf der Public Viewing Area gesehen haben. Umso überraschender die gute Stimmung und ein (natürlich) verdienter Sieg der Deutschen. Ausgelassene Stimmung. Man lag sich plötzlich mit Fremden in den Armen. Fussball verbindet. Voll wie ein Pisspott.

Tag 2

Gut dass ich Ohrenstöpsel mitgenommen habe. Ansonsten hätte ich mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit nicht schlafen können. Die Hintergrundgeräusche und die Alkoholopfer kamen auf einen riesigen Geräuschpegel. Welch Erholung es war wenn die Stöpsel aufschäumten und die Gehörgänge verschlossen. Himmlische Ruhe vom regelmäßigen Dröhnen der Sprechchöre wie „Warum schickst Du mich in die Hölle?“ oder zahlreiche Hits der Vengaboys. Nach dem Frühstück um 10 Uhr gings dann zum ersten Konzert zu Turbostaat, Kettcar, Deichkind, Jason Mraz und Abends dann bei NoFX abgerockt. NoFX ist zwar nicht unbedingt meine Musik, aber die Stimmung war mehr als genial, und so bin ich dann auch in einem ganz üblen Pit gelandet, bei dem ich kurzerzeit Angst hatte da wieder halbwegs heile rauszukommen. Aber ist ja nochmal gutgangen. Sehr genial. Danach gings zum Tagesabschluss zu den Beatsticks. Tolle Stimmung. Ich war sehr beeindruckt. Abends dann nette Unterhaltung gehabt und früh ins Bett.

Haben dort ein nettes Mädchen kennen gelernt, die recht offensichtlich auf mich stand. Judith hiess die kleine Süße. War dennoch ziemlich witzig, auch wenn sie bis heute glaube ich nicht so ganz verstanden hat dass ich schwul bin. Aber vielleicht liest sie das hier ja irgendwann bald mal. Ich habe es nicht abgestritten, aber auch nicht bestätigt, da sie mich einfach nicht gefragt hat. Naja.

Tag 3

Nach einer erfrischenden Dusche in der Massendusche ging es gegen Mittag zu Fuß nach Scheeßel zum Penny Markt um uns nochmal richtig mit Bier, Süßigkeiten und Grillutensilien einzudecken. Wir wussten nämlich nicht ob grillen erlaubt ist, und deshalb haben wir am ersten Tag nichts mitgenommen. Nach einem erschöpfenden Dauermarsch bei 30°C zurück zum Festivalgelände ging es dann auch bereits zum ersten Konzert zu den Wombats. Danach zu The Subways, welche mich sehr begeistert haben. Anschliessend gaben Madsen ihr Bestes, welche mich aber wenig überzeugen konnten. Die waren bereits auf dem Duisburger Campusfest letztes Jahr, und ich habe sie immer noch als zweitklassige Band in Erinnerung. Aber vielleicht tue ich Ihnen da auch Unrecht.

Später habe ich dann aus dem Zelt noch das Ende von den Foo Fighters und Maximo Park gelauscht, da ich pochende Kopfschmerzen hatte und zum Campingplatz zurück gekehrt bin. Meine Kopfschmerzen haben mir ein wenig den Abend verdorben. Aber nach zwei Kopfschmerztabletten ging es dann im Laufe der Nacht wieder. Leider nahm mein Schlaf dann ein aprubtes Ende, nachdem einige Idioten morgens um 5 Uhr morgens mit dem Megafon durch die Gegend marschieren mussten.

Tag 4

Letzter offizieller Hurricane Tag. Nach einer weiteren erfrischenden Dusche ging es wieder relativ früh aufs Festivalgelände. Morgens um 12 Uhr zu Jennifer Rostock. Man merkte dass die Hälfte noch nicht so ganz wach war, da das Konzert nichtmal aufgezeichnet wurde und kaum jemand unterwegs waren. Aber Stimmung war dennoch ganz okay. Später zu Tocotronic ging es dann ziemlich heftig ab mit dem Wetter, und es musste abgebrochen werden. Ich bin dann für ein paar Stunden zum Zelt zurück. Auch die Akkustik war nicht die Beste, aber man will sich ja nicht beschweren. Das Unwetter war gar nicht so schlecht, da hat es für ein paar Stunden zum Glück nicht gestaubt. Später dann noch vom Rand etwas von Sigur Rós mitbekommen. Glaub den muss ich mir nochmal etwas genauer anhören demnächst.

Mein besonderes Highlight auf dem Hurricane waren The Kooks, die mich sehr überrascht haben. Sehr gute Musik, sehr gute Stimmung, sehr gutes Konzert. Zuletzt nochmal bei Radiohead vorbeigeschaut, was aber einer Chillout Area glich. Danach ging es zum Abschlusskonzert zu Nada Surf ins Coca Cola Tent. Sehr schöner Abschluss im intimen Rahmen. Sehr geile Stimmung. Leider durften die keine Zugabe spielen, da die sofort anfingen abzubauen. Von der Stimmung her saugeil. Die standen bestimmt noch 10 min und haben ZUGABE geschrien. Aber hat nix gebracht, auch wenn die Band noch dastand und geklatscht hat. Abends wurde der Restalkohol und das Restgrillgut vernichtet und nochmal so richtig die Sau rausgelassen.

Nach einer kurzen Nacht sind wir um 9 Uhr aufgestanden und haben dann alles eingepackt und sind nach Hause gefahren. Hier sind wir zum Glück gut durchgekommen. Musste auf der Fahrt mit mir kämpfen nicht andauernd einzuschlafen. Jetzt endlich wieder zu Hause. 14 Uhr angekommen, danach zweimal geduscht und immer noch kommt Dreck aus allen Poren und Winkeln meines Körpers. (siehe Bild). Ich finde übrigens dass mein Schnäuzer wie Augen aussehen. Aber nun gut. Das Duschwasser färbt sich immer noch gräulich. Aber ich hoffe dass sich das im Laufe des Tages wieder gibt. Viel eincremen, viel ausruhen, viel Schlafen. 

In diesem Sinne: HURRICANE 2009, WIR KOMMEN!

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