Zombieland

Ich – gehe, stehe, sitze, liege – bin. Irgendwie. Ich sehe viele Menschen, begegne manchen – fühle so wenige von Ihnen. Ich verliere mich in der beliebigen Wahllosigkeit, die sie für mich sind. Ist da jemand? Hier, da, oder vielleicht dort?

Schleichend kommt die Erkenntnis: Hier nicht, nicht da und schon gar nicht dort, genau wie gerade eben schon. Gestern, heute, morgen. Tags wie Nachts. Eine zähe, graue Masse aus rastloser Gleichgültigkeit. Zombieland.

Doch was ist das? Ein Blick. Ein Gefühl. Ein Unterschied?

Es formt sich, so scheint es, hoffnungsnährend, antreibend, belebend! Fast schon wie echt und da. Doch im Moment des Entstehens zerstäubt es unbenannt, schmerzend mit der Häme eines unerreichbaren Köders, der mir, widernatürlich erfüllt von teuflischem Eigenleben, so unerbittlich verlässlich, fast rhythmisch wie das mir immer schwerer fallende Atmen, wieder und wieder entschwindet. Ich schrumpfe, verblasse, bin ein Schatten meiner selbst – ein Zombie, Gefangener in seinem Land.

Dominic Kroiher